Murnauwerdenfelser Rind

Jürgen Lochbihler & Partnerlandwirte

Kraftstrotzend, milchgebend und mit ordentlicher Fleischausbeute: Diese drei Eigenschaften waren Ende des 19. Jahrhunderts das Maß der Dinge, wenn man als Landwirt in die Nutztierhaltung einsteigen wollte. Das Dreinutzungsrind erlebte damals seine Blütezeit als “eierlegende Wollmilchsau” - fast wortwörtlich. Vor Beginn des industriellen Zeitalters sollte ein Rind sowohl als Zugtier, als auch als Milch- und Fleischlieferant funktionieren. Drei Wege der Nutzung in einem Tier vereint - für maximale Effizienz. Das Murnauwerdenfelser Rind schnitt in allen Disziplinen gut ab. Deshalb war es begehrt bei den bayerischen Landwirten.

Mehr als 60.000 Rinder dieser Rasse bevölkerten um 1900 das bayerische Voralpenland. Doch mit dem Einzug von motorbetriebenen Ackergeräten bröckelte der Status der Murnauwerdenfelser. In weiten Teilen Bayerns und im Allgäu fokussierte man sich auf die Milchwirtschaft - und damit auf das oberbayerische Fleckvieh, das hier die vermeintlich besseren Werte aufwies und von staatlicher Seite gefördert wurde. Nicht mehr die Mischung, sondern die Milchleistung bestimmte den Wert der Rinder. Und so schwand das Murnauwerdenfelser Rind von den Weiden der Region.

Den Tiefpunkt erreichte die Population 1980 - nur noch einige wenige Betriebe hielten aus emotionalen Gründen an ihren Murnauwerdenfelsern fest. Die Rasse galt plötzlich als bedroht. Nur durch eine gezielte staatliche Förderung konnte das völlige Verschwinden verhindert werden. Mit Hilfe von Züchtern, Landwirten sowie Experten aus Politik und gemeinnützigen Institutionen erholte sich der Bestand seit 2006 auf etwa 1400 Tiere.

Einer der Förderer ist Jürgen Lochbihler, der sich bei der Vermarktung seiner Murnauwerdenfelser Rinder von Beginn an voll auf das Fleisch konzentrierte. “Als ich das erste Mal dieses Fleisch probiert habe, wusste ich: Das hat Potential”, sagt er heute. Mit seiner Vermarktungsgemeinschaft aus mittlerweile 52 Landwirten definiert er Haltungs- und Qualitätsstandards, die ganz auf ein herausragendes Fleischprodukt ausgelegt sind. Lange Weideperioden, ein hohes Alter der Tiere, rein regionales Futter, kurze Transportwege und ein kontrollierter Reifeprozess sind die Basis für das Fleisch, das er auch in seinem Gasthaus “Pschorr” am Viktualienmarkt in München anbietet.

Dass es mit dem Murnauwerdenfelser Fleisch in Bayern mittlerweile eine (oft bessere) Alternative zum Fleckvieh aus der Doppelnutzung (Milch/Fleisch) gibt, erkennen immer mehr Menschen. Deshalb hat Lochbihler beschlossen, das Fleisch auch über sein Gasthaus hinaus zu vermarkten, um die Rasse wieder in ihre alte Heimat zurück zu bringen. Dass das Fleisch etwas teurer ist, als das anderer Rassen aus Bayern, nimmt er dafür gerne in Kauf. Lochbihler bezahlt seinen Bauern fast doppelt so viel, wie marktüblich.

Nur durch einen kompromisslosen und anfangs zähen Weg kann Lochbihler heute sicherstellen, dass die Fleischqualität seiner Rinder aus der Masse herausragt und die Murnauwerdenfelser auf lange Sicht wieder eine Wertschätzung erfahren, wie sie ihnen vor etwa 100 Jahren schon einmal zuteil wurde. Davon profitieren mittlerweile mehrere Parteien: Der Verbraucher, die regionalen Landwirte und die gesamte Kulturlandschaft Oberbayerns.

Die drei Säulen des Murnauwerdenfelser Fleischs

1. Die Rasse

Die Murnauwerdenfelser Rinder galten vor Jahrzehnten in Bayern als Prototyp des Vorzeigerinds. Als Dreinutzungsrasse waren sie gefragte Allrounder. Durch die Industrialisierung rückten ihre Vorzüge jedoch in den Hintergrund, was die Rasse fast aussterben ließ. Heute wird sie von Lochbihler und seinen Partnern als Edelfleischrasse wiederbelebt

2. Tolle Fleischeigenschaften

Die Rinder wachsen langsam und reichern viel Geschmack und vor allem Fett im Gewebe ein. Gerade ältere Tiere weisen eine starke Marmorierung auf, bei gleichzeitig zarter Faser. Diese Kombination macht die die Steaks bei Fleischverstehern aktuell besonders begehrt.

3. Höchste Standards

Die Vermarktungsgemeinschaft der Murnauwerdenfelser setzt höchste Standards bei der Haltung: Die Rinder leben in Weidehaltung in Bayern, werden mindestens drei Jahre alt und werden (wenn nötig) nur mit Rauhfaserfutter aus Bayern gefüttert. Nur wer die Standards gewährleisten kann, wird auch Teil der Gemeinschaft unter der Führung von Jürgen Lochbihler.

Jürgen Lochbihlers Lieblingscuts

Im Pschorr am Viktualienmarkt lieben die Gäste die Steaks der Murnauwerdenfelser. Hier findest du eine Auswahl der Lieblingscuts aus dem Restaurant.

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